A 143: Planfeststellung für Westumfahrung Halle abgeschlossen

Das Planfeststellungsverfahren zum Weiterbau der A 143 westlich von Halle/Saale ist abgeschlossen. „Auf diesen Tag haben nicht nur die Bürgerinnen und Bürger der Saalestadt gewartet. Heute ist ein besonderer Tag für ganz Sachsen-Anhalt“, sagte Landesverkehrsminister Thomas Webel am Montag, 16. April,  in Halle. „Dieser Beschluss ist ein bedeutendes Signal für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region“, erklärte der Minister. Zugleich werde Halle mit Fertigstellung der Westumfahrung vom Durchgangsverkehr entlastet, was auch zu einer Verbesserung der Luftqualität in der Saalestadt beitrage.

Der Planfeststellungsbeschluss wird ab dem 26. April zwei Wochen lang öffentlich ausgelegt. Mit dem Ende der Auslegungsfrist gilt der Beschluss gegenüber allen als zugestellt, die vom Bau des gut zwölf Kilometer langen Abschnitts der A 143 betroffen sind.

„Gestützt auf ein umfangreiches Anhörungsverfahren und eine intensive Beteiligung der Öffentlichkeit haben wir den Planfeststellungsbeschluss für eine ausgewogene und umweltverträgliche Planung erhalten, die auch den hohen ökologischen Ansprüchen betroffener Habitate und Arten im Schutzgebiet gerecht wird“, betonte Andreas Irngartinger, Bereichsleiter der DEGES, die diesen Abschnitt der A 143 im Auftrag des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt plant und realisiert.

Er hoffe, dass der Beschluss ohne weitere Verzögerungen Bestandskraft erlange, damit so schnell wie möglich mit dem Bau der wichtigen Trasse begonnen werden könne, ergänzte Thomas Webel. „Wir brauchen diese Umfahrung, damit die bestehenden Verkehrsachsen A 38 und A 14 effizient miteinander vernetzt werden. Der Verkehr im Ballungsraum Halle/Leipzig kann sich dann gleichmäßiger verteilen“, so der Minister. Insofern sei der zügige Weiterbau der A 143 von existenzieller Bedeutung für die Wirtschaft in der Region. „Die derzeitigen Transporte über die B 80 und die Saalequerung sind teilweise mit erheblichen Umwegen, somit zusätzlicher Zeit und Mehrkosten sowie schlechter Luft verbunden“, betonte er. Die Belastung für Verkehrsteilnehmer und Anwohner sei enorm.

Webel appellierte im Interesse der Menschen in der Region an die Kritiker des Projektes, sich dem Bau des noch fehlenden Abschnitts zwischen der B 80 und der A 14 nicht länger entgegenzustellen. „Bei den Planungen wurde die berechtigte Forderung nach einer modernen Verkehrsinfrastruktur, die die Menschen in der Region entlastet, mit den sehr hohen Anforderungen an den Umweltschutz in Einklang gebracht. Den Belangen von Natur und Umwelt ist hier in einer bislang nie da gewesenen Weise Rechnung getragen worden“, erklärte der Minister.

Durch die Verknüpfung mit der A 9 und der A 14 sorgen die A 38 und die A 143 dafür, dass die Region Halle/Merseburg/Leipzig ihrer wirtschaftlichen Bedeutung entsprechend an das Fernstraßennetz angebunden wird. Dies gilt gleichermaßen für den Verkehr aus der Harzregion. Das VDE-Projekt Nr. 13 „A 38 Göttingen – Halle“ umfasst mit der A 143 eine gesamte Länge von rund 208 Kilometern. Eine dichte    Aufeinanderfolge von Anschlussstellen gewährleistet die gute Anbindung auch kleinerer Städte und Ortschaften im Einzugsbereich.

Der noch zu bauende Abschnitt der A 143 schließt die Lücke zwischen Halle-Nord (A 14) und der Anschlussstelle Halle-Neustadt (B 80) bzw. der sogenannten Südharzautobahn A 38 westlich von Halle. Die Kosten dafür betragen voraussichtlich rund 350 Millionen Euro und werden vom Bund getragen.